Die Tiefe ist mein Zuhause..
Schon immer sank ich gerne. Ab und davon.
Warum fragen sie? Ist es etwa abnormal sich abzuschotten? Ich meine nicht.
Eben.
Sehen Sie, wenn das Kind im Mutterleibe, sich nur durch einen Gewebekanal ernährend, vor sich hin schwebt, hat es die Augen eben geschlossen. Mit rauschenden Ohren schlägt das kleine Herz in seiner Finsternis.
Wollen Sie die Beine hochlegen? Bitte tun Sie sich keinen Zwang an, fühlen sie sich nur zuhause.
De Zeit verrinnt so oder so, also warum nicht einmal zurücklegen, in embryonaler Verschalung verharren und tief durchatmen.
Kennen Sie den Moment, wenn man, die Hände zu Fäusten geballt, sich in die Augenhöhlen pressend, plötzlich nur noch eine Wand aus Spiralen und verspielten geometrischen Formen sieht. Vor seinem inneren Auge eine Welt erwächst, die man nur für einen kurzen Moment und auch nur beinah erblicken kann?
Herrliches Gefühl.
Ich rauche nicht nein, das ist mir zu gefährlich. Ausserdem stinkt es und ich schlafe nicht so gern im Stickstoff. Nein, weich soll es bleiben, so mag ich es.
Mutterleib habe ich diese Tiefe getauft, nein gläubig bin ich nicht, hier unten brauche ich keinen Gott.
Manchmal, das erzähle ich jetzt aber nur zur Ausnahme, bekomme ich Besuch. Verstehen Sie mich nicht falsch, ich bin nicht krank, schizophren oder ähnliches. Mir ist bewusst, dass nur ich hier bin. Und dennoch: bleibt der Mensch bei sich, für mehrere Tage und Nächte ohne Licht, so lange bis er nicht mehr sagen kann ob die Sonne brennt oder erloschen ist, so wird in ihm unweigerlich das Gefühl von Geborgenheit erwachen.
Lachen sie? Wohl kaum.

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